Ergebnisse der Untersuchung von Bio-Lebensmitteln
Zusammenfassung aus dem Bericht zum Ökomonitoring 2019

Im Jahr 2019 wurden folgende Themenfelder bearbeitet:

  • Gentechnisch veränderte Organismen (GVO): Untersuchung von Mais- und Sojaerzeugnissen sowie Honig
  • Weitere Schwerpunktuntersuchungen:
    • Echtheit von Bio-Milch
    • Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) in Getreideflocken
    • Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) in geräucherten Fleischerzeugnissen
  • Rückstände von Pestiziden und Kontaminanten in Lebensmitteln pflanzlichen Ursprungs

Alle Ergebnisse werden jährlich in einem speziellen Ökomonitoring-Bericht für Baden-Württemberg veröffentlicht. Der Bericht für das Jahr 2019 erscheint, analog zum Bericht für 2018, wieder zweigeteilt – in einer gedruckten, kompakten Kurzfassung und in einer ausschließlich im Internet verfügbaren Langfassung.

Nachfolgend findet sich eine Zusammenfassung der Ergebnisse 2019.

 

Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) in Mais- & Sojaerzeugnissen sowie Honig

Gentechnische Veränderungen sind bei Bio-Lebensmitteln sehr selten nachweisbar. Bei den Untersuchungen in den vergangenen 18 Jahren wurden niemals GV-Anteile über 0,1 % festgestellt. Zwar sind die Verunreinigungen durch gentechnische Veränderungen mittlerweile auch bei konventioneller Ware gering. Deutlichere Unterschiede zwischen „Bio“ und konventionell bestehen jedoch nach wie vor bei Sojaprodukten. Sowohl der Anteil positiver Proben als auch deren Verunreinigungsgrad durch gentechnisch veränderte Soja ist geringer als bei konventioneller Ware. Im Jahr 2019 blieb der Anteil positiver Proben sowohl bei Bio-Soja als auch bei konventioneller Ware etwa im Bereich der Vorjahre.

 

Herkunft und Echtheit: Überprüfung der Bio-Angabe bei Milch

Die Angabe „Bio“ bei Milch wurde im Labor überprüft. Alle 27 untersuchten Bio-Milch-Proben waren, wie auch in den vorherigen Jahren, unauffällig. Ein abweichender analytischer Befund konnte im Rahmen von Nachkontrollen geklärt werden.

 

Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) in Getreideflocken

Insgesamt 43 Proben Getreideflocken (vorwiegend aus Hafer) wurden auf neun verschiedene Mykotoxine hin untersucht. In vier von 18 Öko-Proben (22 %) und 18 von 25 (72 %) konventionellen Proben waren, wenn überhaupt, nur geringe Gehalte an den für Getreideerzeugnisse typischen Mykotoxinen HT-2-Toxin, T-2-Toxin, Deoxynivalenol und/oder Ochratoxin A nachweisbar. Somit lag der Anteil im konventionellen Bereich deutlich höher als bei den ökologischen Erzeugnissen. Höchstgehalte oder Orientierungswerte wurden in keiner Probe überschritten.

 

PAK in geräucherten Fleischerzeugnissen

In allen 17 untersuchten Öko-Fleischerzeugnissen und allen 19 konventionellen Proben wurden die in der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 festgelegten Höchstgehalte sowohl für Benzo(a)pyren als auch für die Summe an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) eingehalten.

 

Rückstände von Pestiziden und Kontaminanten in Lebensmitteln pflanzlichen Ursprungs

Im Berichtsjahr 2019 wurden insgesamt 358 Proben pflanzliche Lebensmittel aus ökologischem Anbau auf Rückstände an Pflanzenschutzmitteln und bestimmten Kontaminanten untersucht.

Wie in den Vorjahren schnitten ökologisches frisches Obst und Gemüse auch im Jahr 2019 besser ab als konventionell erzeugte Ware, sowohl bezüglich der Häufigkeit von Rückstandsbefunden als auch der Rückstandsgehalte chemisch-synthetischer Pestizide. Bei 77 % der Proben aus ökologischem Anbau waren keine Rückstände an Pestiziden nachweisbar. Sofern Rückstände festgestellt wurden, lagen die Gehalte überwiegend im Spurenbereich (< 0,01 mg/kg) und damit deutlich unterhalb der Konzentrationen, die üblicherweise nach Anwendung entsprechender Wirkstoffe im Erntegut festgestellt werden können.

Der mittlere Pestizidrückstandsgehalt aller untersuchten Obst- und Gemüseproben aus ökologischem Anbau lag bei 0,003 bzw. 0,002 mg/kg, wenn alle als ökologisch bezeichneten Proben, auch solche mit irreführender Öko-Kennzeichnung, in die Berechnung einfließen. Er lag bei 0,002 bzw. 0,001 mg/kg, wenn die Berechnung unter Ausschluss der beanstandeten Proben erfolgt, bei denen der Verdacht besteht, dass es sich um konventionelle Ware oder um einen Verschnitt mit konventioneller Ware handelt. Konventionelles Obst enthielt dagegen im Mittel 0,45 mg an Pflanzenschutzmittelrückständen pro kg (ohne Oberflächenbehandlungsmittel, Phosphonsäure und Bromid), konventionelles Gemüse im Mittel 0,41 mg an Pflanzenschutzmittelrückständen pro kg (ohne Phosphonsäure und Bromid). Dieser höhere Gehalt an Pestiziden ist auf den im konventionellen Anbau zulässigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zurückzuführen, denn nach deren Anwendung sind Rückstände in den behandelten Kulturen häufig unvermeidbar. Ein dichtes Regelwerk sorgt deswegen dafür, dass diese Rückstände kein Risiko für Verbraucher darstellen, sofern die gültigen Höchstgehalte nicht überschritten sind.

Insgesamt hat sich die Beanstandungsquote in den letzten Jahren bei allen frischen Öko-Erzeugnissen auf einem niedrigen Niveau stabilisiert und ist im Laufe von 18 Jahren Ökomonitoring deutlich gesunken. Im Jahr 2019 wurde bei zwei von 83 Proben Öko-Obst (2,4 %; Zitrone aus Spanien, Birne aus den Niederlanden) und bei einer von 120 Proben Öko-Gemüse (0,8 %; Eichblattsalat aus Deutschland) die Bezeichnung „Öko“ wegen erhöhter Rückstände an Pflanzenschutzmitteln als irreführend beurteilt. Somit ergibt sich für Öko-Frischware eine Beanstandungsquote von 1,5 % für das Berichtsjahr. Bei keiner dieser Proben wurde eine Überschreitung der gesetzlich festgesetzten Höchstgehalte nach der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 festgestellt.

Mit Ausnahme von 2017 lagen die Beanstandungsquoten bei Frischware in den Jahren 2011 bis 2019 immer deutlich unter 5 %, während diese Kennzahl in den Jahren vor 2010 mit teils bis zu 8,5 % noch deutlich höher lagen. Im Berichtsjahr war somit, wie bereits auch in den Vorjahren, keine Häufung von Beanstandungen bei Öko-Frischware oder sonstige Auffälligkeiten bei einzelnen Kulturen festzustellen.

Bei verarbeiteten Erzeugnissen lag die Beanstandungsquote (irreführende Bezeichnung „Öko“) in diesem Berichtsjahr mit 2,6 % knapp doppelt so hoch wie der entsprechende Wert bei Öko-Frischware (1,5 %), aber so niedrig wie selten in den vergangenen Jahren und nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (2018: 2,2 %). Diese Quote lag bei verarbeiteten Erzeugnissen in den letzten sieben Jahren zwischen 2,2 % und 7,0 %. Zu beachten ist hierbei allerdings, dass bei verarbeiteten Öko-Erzeugnissen von Jahr zu Jahr unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt sowie gezielte, kurzfristige Projekte durchgeführt werden und diese Produktgruppe erst in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus rückte. Die Beanstandungsquote ist somit zwischen den Berichtsjahren und auch insgesamt im Verlaufe des Ökomonitoring nur bedingt vergleichbar. Bei den verarbeiteten Lebensmitteln zeigten sich im Jahr 2019 nur vereinzelt auffällige Proben bei Tiefkühl-Kräutern und bei getrockneten Kräutern/Gewürzen.